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Hintergründe

Manche sagen, sie sind das Salz in der Suppe. Seltene und ungewöhnliche Vögel abseits ihrer gewohnten Brutgebiete oder Zugwege haben schon immer das besondere Interesse der Ornithologen auf sich gezogen. In der Regel wird ihnen meist mehr Beachtung geschenkt als den vertrauten Arten.

Damit solche außergewöhnlichen Beobachtungen auch für spätere wissenschaftliche Auswertungen sauber dokumentiert und gesichert werden, sind in allen Ländern Europas und darüber hinaus Kommissionen aus erfahrenen Ornithologen gebildet worden, die Meldungen seltener Vogelarten sammeln, überprüfen und dann veröffentlichen. In Deutschland sind das die Avifaunistischen Kommissionen, die es heute in jedem Bundesland gibt.

Kritiker sagen, sie seien ein Tribunal über Glaubwürdigkeit und Kenntnisse der Beobachter.
Das ist sicher nicht richtig. Vielmehr prüfen die Avifaunistischen Kommissionen gemeldete Beobachtungen darauf, ob sie ausreichend dokumentiert und schlüssig sind und anerkannt werden können. Sie stellen damit den auswertenden Ornithologen geprüftes und abgesichertes Datenmaterial zur Verfügung. Um längerfristige Veränderungen im Auftreten ‚seltener’ Vögel und die diesen zugrunde liegenden Ursachen erkennen zu können, ist es notwendig, in solchen Fällen ähnliche, zum Teil häufige Arten sicher auszuschließen.

Meldungen, bei denen die Dokumentation nicht ausreichend ist, bei denen beigefügte Bilder oder andere Dokumente eine sichere Bestimmung nicht zulassen oder gar andere, leicht zu verwechselnde Arten zeigen, können nicht anerkannt werden. Damit ist in keinem Fall ein Urteil über die Fähigkeiten und Kenntnisse der meldenden Beobachter oder ihren Bekanntheitsgrad verbunden.

Die Avifaunistische Kommission Nordrhein-Westfalen sammelt und bearbeitet alle Meldungen seltener Vogelarten aus unserem Bundesland und leitet dann diejenigen, die auf der Meldeliste deutschlandweiter Seltenheiten stehen, an die Deutsche Avifaunistische Kommission (DAK) zur Überprüfung weiter.

Die Avifaunistische Kommission setzt sich aus erfahrenen, kundigen und begeisterten Ornithologen aus NRW zusammen, die das Land und seine Vögel kennen. Sie wurde 1998 aus den Seltenheiten-Kommissionen der Gesellschaft Rheinischer Ornithologen und der Westfälischen Ornithologen-Gesellschaft gebildet.

Mitglieder:

abu1 Andreas Buchheim (Ulan Bator/Mongolei)
Biologe. Langjährige ornithologische Arbeit in Westfalen. U.a. Experte für die Bestimmung von Großmöwen in Europa und Ostasien. In der Mongolei und in Russland hat er über 830 Mongolenmöwen, in Europa weit über 600 Großmöwen flügelmarkiert. Als Beringer seit 1995 auch mit Lachmöwenberingung in Zwillbrock (mehr als 3000 beringte Küken) und Neozoen beschäftigt.

klaus1 Klaus Hubatsch (Nettetal)
Lehrer. Langjährige ornithologische Arbeit im Rheinland. Leitete lange Zeit die Seltenheitenkommission der Gesellschaft Rheinischer Ornithologen (GRO) und danach bis zur Gründung der NWO die gemeinsame Kommission der Westfälischen Ornithologen-Gesellschaft (WOG) und der GRO. Verfasser der Avifauna “Die Vögel des Kreises Viersen”.

jok1 Jan Ole Kriegs (Münster)
Biologe. Arbeitet als Wirbeltierzoologe und Kurator am LWL-Museum für Naturkunde (Westfälisches Landesmuseum) in Münster. Mitglied der Deutschen Avifaunistischen Kommission (DAK). Beringer seit seinem Zivildienst in der Vogelwarte Helgoland im Jahr 1997/98. Als Beringer reist er gern nach Ostasien und interessiert sich dort besonders für Schwirle. Arbeitet in Zusammenarbeit mit der Uni Münster unter an genetischen Untersuchungen zur Systematik der Vögel und der Säugetiere.

eckhard1 Eckhard Möller (Koordinator) Adresse: Stiftskamp 57, 32049 Herford
Bio-Lehrer. Zwei Meter lang. Aktiver Birder. Geschlüpft und aufgezogen in Westfalen; langjährige ornithologische Arbeit dort, vor allem im Nordosten (www.sturmmöwe.de). Viele Vogel-Reisen in der Westlichen Paläarktis und in Asien. Übernahm 2006 die Koordination der Kommission von Axel Müller.

Tobias Rautenberg (Wattenscheid/Duisburg)

Aufgewachsen in Wattenscheid – der Perle des Ruhrgebiets. Seit Mitte der 90er Jahre begeisterter Vogelgucker. Nach dem Abi “Vogelzivi” beim NABU auf Fehmarn, während des Studiums zeitweise in die rheinland-pfälzische Provinz nach Trier verschlagen, jedoch seit Anfang 2012 mit einem Comeback im Ruhrpott als Mitarbeiter der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet. Dort schwerpunktmäßig für Ornithologie und Odonatologie zuständig. Eingefleischter Helgolandfan, aber auch auswärts (z.B. Aserbaidschan, Ägypten, Oman) gerne auf Tour.

bs1 Benjamin Steffen (Viersen/Oldenburg)
Angehender Bio- und Deutschlehrer. Seit frühester Kindheit begeisterter Vogelkundler. Ornithologisch und auch zivil im Rheinland aufgewachsen. Als Möwenspezialist bewegte er sich dort jahrelang zwischen Mülldeponien und Baggerseen hin und her. Nach seinem Zivildienst in den Jahren 2003/04 beim Verein Jordsand auf Helgoland zog er zum Studieren nach Oldenburg. Er ist weiterhin viel im Rheinland sowie auf den Nordseeinseln Helgoland und Wangerooge unterwegs.

Hendrik Weindorf (Bochum)

Jurist. Hendrik ist Ruhrpott-Urgestein, erstklassiger Artenkenner und Feder-Spezialist. Er betreibt die Seite www.birds-bo.de und ist Regionalkoordinator Ruhrgebiet beim Team Sammelbericht der NWO.